Der Blick vom Balkon, am Ende eines ruhigen Tages. Das Wetter hat nicht unbedingt mitgespielt mit dem ambitionierten Wochenendplänen, und so wurden diese auf unbestimmte Zeit verschoben. Es blieb Zeit, ein paar alte Bilder zu bearbeiten und ein wenig in sozialen Netzwerken zu stöbern.

Aber dabei kann man auch ein wenig in sich gehen. Und sich selbst die Frage stellen, warum man hier ist, gerade hier. Trotz (sicher nicht wegen) des Wetters übrigens.

Irland übt noch immer eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Auch heute noch fast acht Jahre nachdem es mich hierher verschlagen hat. Also liegt nichts näher, als auch darüber zu schreiben: Faszination Irland.

Faszination #1: Irland strahlt eine ganz besondere Ruhe aus.

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Eine These, die immer wieder aufgegriffen wird in Sozialen Netzwerken und Foren, und mit der ich lange Jahre nichts wirklich anfangen konnte. Doch heute, im Mittelalter meiner Lebenszeit, kann ich nachvollziehen, was damit gemeint ist.

Irland strahlt wirklich – abseits der Metropole natürlich – eine ganz besondere Ruhe aus. Die endlosen Weiten (relativ gesprochen natürlich) der Wicklow Mountains, die Seenlandschaft der Connemara, der steinerne Burgen – an vielen Orten auf der Insel findet man Treibstoff für die Seele. Oft muss man nur ein paar Meter abseits der betretenen Pfade sein, und kann die Stille, Weite und Einsamkeit der Insel aufsaugen.

Selbst für mich, der Yin und Yang als chinesische Tischtennisspieler kategorisiert, und schon beim Ansehen von Yoga-Fotos Wadenkrämpfe bekommt, bestätigt sich diese These.

Mir ist heute (am zweiten Schlechtwetterwochenende in Folge) die Decke auf den Kopf gefallen, und ich habe mich mit Kamera und Hund auf den Sally Gap in den Wicklows verzogen. Dort oben herrscht Stille, herrliche Ruhe. Zeit, die Seele baumeln zu lassen, die vom Arbeitsalltag ausgelaugten Batterien neu aufzutanken.

Auf einmal spürt man die Kälte nicht mehr so stark, der Wind beisst nicht mehr auf den Wangen, und der einzige Ton, den man hört, sind einige Vögel, die sich den Frühling herbeizwitschern wollen.

Der Blick neigt sich Richtung Meer – zwar kann man es von hier nicht sehen, aber die Vorstellungskraft wird dennoch angeregt. Hier auf der Insel, wo alles so nahe, aber in diesem Augenblick so fern von einem ist.

Zwei Stunden hier entspannen genauso wie zwei Wochen Griechenland – mich zumindest.

Meine Top-Faszination der Insel: Die Ruhe, so nah an der Hektik des Tages.


 

In unregelmäßigen Abständen werden wir hier in Zukunft über die Faszination Irland schreiben – über das, was uns am meisten gefällt in unserer Wahlheimat. Aber auch die andere, dunklere, aber zweifelsfrei vorhandene Seite der Insel bekommt eine eigene Serie – schon bald.

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