Wenn heute Abend die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine beginnt, dann steht den beiden Ostländern unter anderem auch eine Invasion in Grün bevor. Geschätzte 20.000 – überwiegend männliche – Fußballfans werden sich auf den Weg gen Osten machen, um Trapattonis Mannschaft bei dem schier unmöglichen Unterfangen, die Vorrunde zu überstehen. Alleine am Sonntag werden rund 50 zusätzliche Flugzeuge in Dublin abheben, um Fußballverrückte, die oft ihren letzten Cent dafür ausgeben, gen Polen zu bringen, um beim ersten Gruppenspiel der Iren gegen Kroatien dabei zu sein.

Und so viele Iren wollen auch richtig bewirtet werden. Denn – das hat der polnische Koch Artur Cyonek bei einem eigens gebuchten viertätigen Aufenthalt in Irland gelernt – ohne gebratenen Speck, gegrillte Tomaten und gebackene Bohnen sind die Inselbewohner einfach nicht glücklich. Auch nicht in Polen.

Cyonek entwickelte daraus eine Geschäftsidee. Er führte andere polnische Köche in die Kunst der richtigen Zubereitung des Irish Breakfast ein, importierte eigens Speck und gebackene Bohnen nach Polen, und zeigt sich so bestens gerüstet für den Fanansturm von Paddy und Mary. Auch wenn er doch kulinarische Differenzen zwischen den beiden Ländern sieht:

“The Irish breakfast is not really a taste that Polish people go for,” said Artur. “It is difficult to show them how to make the food, as it’s a different style from here. For example, we would never grill tomatoes in Poland, never. We don’t have the type of rashers like you do in Ireland. In Poland, we really don’t understand the whole baked beans thing.”

Anyway: Polens Küche ist offensichtlich bestens vorbereitet auf den zahlreichen irischen Besuch. Und die Anhänger der Boys in Green können dann auch fernab der Heimat den Tag nach durchzechter Nacht mit einem heimischen Frühstück starten. Und wer weiß, vielleicht reformiert das ja am Ende die gesamte polnische Haute Cuisine. Baked Beans for Poznan, it is.

Via: Examiner.ie

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