Der Bank-Holiday-Montag im Juni – ein Feiertag in Irland. Eigentlich Zeit, um auszuschlafen, dann gemütlich zu frühstücken und den Tag zu genießen. Wenn … ja, wenn man nicht mit meiner Frau verheiratet wäre. Denn um Schlag sieben Uhr morgens rüttelt die Holde solange am noch schlafenden Gatten, bis sich dieser schlaftrunken in sein Schicksal ergibt und die Augen einen Spalt weit öffnet …

Sie: “Du, machen wir einen Ausflug?”

Er: “Wie, was, jetzt, wohin …?”

Sie: “Fahr ma nach Sligo?”

Er: “Sonst geht’s dir aber noch gut, oder?”

 

Well, anyway. Natürlich hat sie gewonnen, und er erhebt die müden Glieder, immer noch ein wenig hoffend, dass es sich zu dieser unchristlichen Tageszeit um einen missratenen Scherz handeln würde …

Doch dem war nicht so.

Also Hund und die notwendigsten Utensilien im Auto verpackt, und losgefahren. Als ihm dann so circa bei der Auffahrt auf die Autobahn in Dublin langsam aber sicher die Sinne zurückkehren, das Wetter sich nach einigen sehr verregneten Tagen auf einmal von seiner schönsten Seite zeigt (“Wenn Englein reisen … ” oder so), der Kaffee von der Tanke den Rest Müdigkeit vertreibt – dann, ja dann beginnt auch ihm (also mir) die Idee zu gefallen, und es entwickelt sich zu einem wunderschönen Tag.

Gezählte 668 Kilometer und 11 durchquerte Grafschaften später, als wir um 11 Uhr abends wieder daheim aufgeschlagen sind, zeigt das Tagesfazit, dass es sich gelohnt hat.

 

 

Spätestens, nachdem wir eher schnurstracks rüber sind nach Sligo (wo wir schon viel zu lange nicht mehr waren), hatte sich der Tag schon gelohnt. Eine der schönsten Grafschaften Irlands zeigte sich an diesem Feiertags-Montag von ihrer absolut schönsten Seite, das Wetter war prächtig, und als wir am Meer auffschlugen, war die Müdigkeit genauso verflogen wie auch der letzte Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses morgendlichen Weckmanövers.

Strandhill war wunderbar wie eh und je (inclusive Late Breakfast an der Strandpromenade), und auch am Rosses’ Point konnte man die wunderbaren Seiten des Lebens in Irland so richtig geniessen. Im Schatten des Benbulben, in Yeats’ County, haben wir uns immer schon wohl gefühlt, und würde es dort auch noch Jobs geben, wären wir mit ziemlicher Sicherheit dort gelandet anstatt hier in Wicklow. Aber nachdem ja auf der Insel nichts wirklich weit entfernt ist, lassen sich ja auch wunderbare Kurztrips zu den meisten Punkten der Insel schnell (wenn auch nicht zwingend günstig) unternehmen.

Dann weiter nach Leitrim, einmal rund um den Lough Allen, und schlussendlich weiter rauf, gen Nordirland, und über Fermanagh am See entlang und Cavan wieder runter gen Heimat – mit einem kleinen Umweg, weil ja auch Mullingar so schön ist.

Wie gesagt, 668 Kilometer, elf abgezählte Grafschaften – und das alles in einem Tag. Und es war trotz der weiten Wege ein sehr erholsamer Montag.

Weitere Fotos vom Ausflug auf unserer FlickR-Seite.

 

 

 

 

 

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